BZT-Jahresdialog: Nachhaltigkeit und Ganzjahrestourismus sind die Hauptthemen der Wintersport-Destinationen in den kommenden Jahren
Kempten, den 20. März 2025 – Eine nachhaltige Tourismusentwicklung sowie die Förderung des Ganzjahrestourismus sind die Hauptziele der Winterdestinationen für die kommenden Jahre: Darin waren sich die Diskutanten aus Wissenschaft und Praxis beim ersten Jahresdialog 2025 des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) einig, der unter dem Leitthema „Wintertourismus: Heute und morgen“ stand. Neben der aktuellen Lage wurden auch mögliche Zukunftsszenarien des Wintertourismus in Bayern und darüber hinaus beleuchtet.
Prof. Dr. Alfred Bauer vom Bayerischen Zentrum für Tourismus verwies zu Beginn auf die Bedeutung des Themas für die Branche: „Der Wintertourismus steht vor einem Wandel. Wir müssen Strategien entwickeln, um ihn nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.“
Positive Entwicklungen trotz Herausforderungen
Laut dem Deutschen Wetterdienst „war der Winter mehrheitlich mild, geprägt von frühlingshaften Schüben, aber auch von vorübergehenden, teils markanten Frostphasen“, so Prof. Dr. Jürgen Schmude vom Bayerischen Zentrum für Tourismus. „Für uns war es die bislang längste Wintersaison“ bilanzierte Henrik Volpert, Vorstand der Oberstdorfer Bergbahn AG und des Verbands Deutscher Seilbahnen. Trotz gestiegener Preise seien mehr Skifahrerinnen und Skifahrer als je zuvor auf die Pisten geströmt. „Die Sehnsucht nach Schnee ist ungebrochen“, erklärte er.
Auch im Bayerischen Wald verlief die Wintersaison sehr erfreulich. Andreas Stadler, Marketingleiter der Arber Bergbahn, konnte auf ein Besucherplus von zehn Prozent verweisen, trotz herausfordernder Wetterbedingungen und gestiegener Preise.
Von einer „schwierigen Saison“ in Winterberg im Sauerland trotz stabiler Schneeverhältnisse berichtete Tourismusförderin Michaela Grötecke angesichts weniger Tagesgäste und einem Minus bei den Besucherinnen und Besuchern aus den Niederlanden.
Klimawandel und Transformation als zentrale Themen
Philipp Corradini vom Forschungszentrum Eurac Research in Bozen betonte die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus und stellte das Forschungsprojekt „BeyondSnow“ vor, das sich mit Anpassungsstrategien für Schneetourismusdestinationen beschäftigt. „Destinationen müssen sich anpassen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Kombination aus infrastrukturellen Anpassungen und Angebotsdiversifizierungen kann hierfür sehr zielführend sein.“, so Corradini.
Alfred Bauer stellte in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der Studie „Szenarien für den Wintertourismus in Bayern 2050“ vor, die mögliche Zukunftsmodelle des Wintertourismus beschreiben. Im Fokus stehen dabei nachhaltige und klimafreundliche Schneeerlebnisse sowie der verstärkte Ausbau des Ganzjahrestourismus.
Investitionen in die Zukunft
Die Expertenrunde machte deutlich, dass sich der Wintertourismus in einem Wandel befindet, und die Branche gefordert ist, innovative Konzepte zu entwickeln, um den Herausforderungen des Klimawandels einerseits und den Gästeerwartungen andererseits gerecht zu werden. Trotz technologischer Fortschritte bei der Beschneiung und Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur bauen alle Destinationen auf einen Ganzjahrestourismus mit wetterangepassten Angeboten. Flexible Marketingstrategien, etwa die zeitgenaue Bewerbung von Skifahren und Wandern, sind dabei entscheidend für erfolgreiche Saisonen. Digitale Lösungen und eine optimierte Besucherlenkung tragen unterstützend die Bemühungen in die Nachhaltigkeit.
Eine Zusammenfassung des Fachgesprächs ist hier abrufbar.
Ansprechpartner:
Bayerisches Zentrum für Tourismus e.V. (BZT)
Prof. Dr. Alfred Bauer
Wiesstraße 13a
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Für weitere Presseinformationen:
KRIMMER CONSULTING
Marion Krimmer
Schlossweg 4
85235 Pfaffenhofen an der Glonn
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Das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) ist ein An-Institut der Hochschule Kempten. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus vorerst bis Ende 2025 gefördert und versteht sich als ein unabhängiger wissenschaftlicher Thinktank. Neben relevanten Forschungsprojekten initiiert und moderiert das BZT den praxisrelevanten Austausch zwischen Wissenschaftlern, Politikern und den verschiedenen Akteuren der Tourismuswirtschaft. Dabei stehen die Vermittlung von Wissen, die Identifikation wichtiger Themen der bayerischen Tourismuswirtschaft, die Vernetzung der bayerischen Tourismusakteure und ein lösungsorientierter Diskurs zur Förderung, Optimierung und Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit des bayerischen Tourismus im Fokus. Ziel des BZT ist die Förderung von Tourismuswissenschaft und -forschung sowie die Intensivierung des interdisziplinären Wissens- und Erfahrungsaustauschs. https://bzt.bayern/
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